Das Leitbild des Vereins „Hera – Frauen für Familie“

gründet sich auf 3 Säulen

 

 

1. Säule: Wahlfreiheit

 

Frauen (ebenso wie Männer) müssen sich in einer demokratischen Gesellschaft frei und selbstbestimmt auch dafür entscheiden können, sich zeitweise oder gänzlich ihrer Familie, der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen zu widmen – ohne „Imageverlust“ oder dauernde finanzielle Schlechterstellung, insbesondere von Müttern. Wahlfreiheit in der persönlichen Lebensführung ist ein Grundrecht, für das die rechtlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen längst noch nicht geschaffen wurden.

 

2. Säule: Bildung

 

Mütter / Eltern sollen im Sinne lebenslangen Lernens (LLL) auch nach längerer Familienphase (Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen) angemessene Bedingungen für den beruflichen (Wieder)Einstieg vorfinden. Sie dürfen in keinem Lebensabschnitt von der Teilhabe an Weiterbildung und finanzieller oder sozialer Interaktion ausgeschlossen sein. Bildung geht Hand in Hand mit Wissen (dieses muss für alle leicht erreichbar sein) und der Information über die eigenen Rechte und Möglichkeiten. Ein besonderes Anliegen ist unserem Verein die Aufklärung über familiäre Gewalt, da diese nach wie vor Frauen und Mütter am schwersten trifft. Wir werden diesem Thema künftig noch mehr Raum widmen.

 

3. Säule: Generationenkontext

 

Familiärer Zusammenhalt und damit ein Austausch zwischen den Generationen ist als sozial stabilisierender Faktor heute wichtiger denn je. Die reale Lebenswelt junger Menschen, von Seniorinnen/Senioren, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe im fortgeschrittenen Lebensalter – inklusive Barrierefreiheit – sind für uns ebenso wichtige Themen, um alle Voraussetzungen für die Säulen 1 und 2 zu schaffen. Schlagwort: „True Life-Balance“ (im Gegensatz zur berühmten "Work-Life-Balance", denn Arbeit und Leben sollten keine streng getrennten Einheiten sein, die man täglich krampfhaft austarieren muss).

 

 

Wir sehen die heutigen Frauen / Mütter im Spannungsfeld zwischen einer allzu unreflektierten Darstellung der Frau, insbesondere ihrer Mutterrolle, und der simplen Frage: „Wie viel Familie wünschen wir uns?“ Mehr Aufklärung und das Finden individueller Lösungswege sind praktische Handlungsziele unseres Vereins. Wir vertreten ein zeitgemäßes Elternbild, sind jedoch dagegen, Kindern in den ersten drei Lebensjahren ohne Notwendigkeit einen ausreichenden Kontakt zu den eigenen Eltern zu verwehren. Zeitweise Fremdbetreuung ist in dieser wichtigsten Bindungsphase leider oft nötig. Tagesmütter / Tagesväter halten wir hier für eine gute Lösung, aber diese Fremdbetreuung sollte niemandem – auch nicht indirekt durch die „Umstände“ oder eine vorgeblich „moderne“ Arbeitswelt – aufgezwungen werden.

Das Beispiel eines Lösungsansatzes für dieses Dilemma bietet etwa das "Berndorfer Modell" - Sie finden es hier: